Das Buch. „It’s Market Day“ ist ein großes Bilder-Geschichten-Kochbuch, das nicht nur aufs Kochen Lust macht, sondern auch darauf, die verschiedensten Märkte zu besuchen und Menschen kennen zu lernen.
In jedem Kapitel, das je einen der großen Märkte Europas behandelt, bekommen wir zuerst in Textform einen Eindruck, der von Marktfotos unterstützt wird; schließlich dann gibt es einige zum Teil landesspezifisch inspirierte Rezepte.

Die Aufmachung. Das Papier, die Zeichnungen und die Fotos sowie auch die Kombination aus den letzten beiden haben mir richtig gut gefallen. Ein Buch, das Märkte thematisiert, hat aber natürlich praktisch schon gewonnen, schließlich ist das Farbenfrohe, das einen Markt so wundervoll macht, auch auf Fotos gut zu erkennen.
Und das Buch riecht so unheimlich fantastisch!

Die Hintergrundgeschichten. Möglicherweise ist „It’s Market Day“ das interessante Kochbuch, das ich je gelesen habe. Die verschiedenen Konzepte einzelner Markthallen wie der Halle Neun in Berlin werden erklärt, sodass man beinahe das Gefühl hat, man läse ein Sachbuch über Märkte – wenn es sich etwas weniger wie eine Dauerwerbesendung anfühlte. Natürlich soll dieses Buch Lust darauf machen, Märkte zu besuchen, aber zwischendurch war mir der gute Mann ein wenig zu überenthusiastisch.
Etwas mehr gestört als das hat mich dann aber der teils etwas hölzerne Stil. Ja gut, es ist „nur“ ein Kochbuch, aber wenn man sich schon extra jemanden ranholt, der die Texte schreibt (wenn ich das hinten im Buch richtig verstanden habe), dann kann der doch auch richtig gute Texte schreiben – oder etwa nicht?

Die Rezepte. Während ich mich zunächst daran gefreut habe, wie viele lecker aussehende Gerichte sich zwischen den gut duftenden Buchseiten finden, bekam meine Freude recht schnell einen Dämpfer. Zum einen sind die Rezepte zum Teil doch sehr aufwändig (es wird wohl nicht passieren, dass ich selbst Bratwürstchen herstelle), vor allem sind die Zutaten aber gar nicht unbedingt so leicht zu besorgen. Ich habe sicherlich eine halbe Stunde suchend im örtlichen Real verbracht und musste ihn dann doch verlassen, ohne alle Zutaten für die Sesam Wings gefunden zu haben.
Den Rest gegeben haben sie mir dann allerdings in der Umsetzung: Die Anweisungen sind zum Teil nicht eindeutig und/oder nicht vollständig, die Schwierigkeitseinteilung erschließt sich mir beim besten Willen nicht und meine bisherigen Umsetzungsversuche waren eher frustrierend.

Fazit. Die Aufmachung dieses Buchs gefällt mir richtig gut, auch die Hintergrundgeschichten über die einzelnen Märkte sind echt gut. Schade, dass mich die Rezepte einfach bisher nicht überzeugen konnten, unabhängig davon, ob es an mir oder an ihnen lag.

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