Mit dem August begann ein weiterer Monat in diesem Jahr, in dem ich gegen meinen SuB anzulesen versuche. Da es ja bis auf Tausch- und Rezensionsbücher aber keine Neuzugänge geben wird, stehen zumindest die Chancen dafür gut, dass mehr Bücher den SuB verlassen als dazu kommen.

Zuerst kam „Und Marx stand still in Darwins Garten“ von Ilona Jerger zum Zuge, dessen Titel mich auf den ersten Blick begeistert hat und wohl zu hohe Erwartungen erzeugte – obwohl der Roman wirklich interessant war, war ich nicht restlos begeistert. Schade eigentlich!

Als nächstes wagte ich mich an das erste Hörbuch aus dem lovelybooks-Bücherkoffer und hörte mir „Gray“ von Leonie Swann an. Hörbücher sind ja jetzt nicht so meins und ich musste mich wirklich sehr darauf konzentrieren, dranzubleiben (wer hätte gedacht, dass das so schwierig ist?), aber die Geschichte und die ziemlich großartigen Charaktere haben das rausgerissen.
Was meine Begeisterung jedoch trübte: Zwischendurch fand ich den Text sprachlich so schlecht („psychologische Probleme“, wirklich?), dass ich mir vornahm, das Buch eines Tages im Original zu lesen. Kann ja keiner ahnen, dass die Originalsprache Deutsch ist…

Ziemlich enttäuscht hat mich leider „Swing Time“ von Zadie Smith. Mir war nie klar, wohin die Geschichte gehen sollte (ich kann nicht einmal sagen, worum es am Ende nun ging), und vor allem war es phasenweise so langweilig, dass ich mich zum Weiterlesen zwingen musste.

Danach war „Dann schlaf auch du“ von Leïla Slimani wohltuend spannend, wirklich mitreißend, und hat mir während des gesamten Lesens eine angenehme Unbehaglichkeit verursacht. Einzig das Tüpfelchen fehlte, um mich vollends zu überzeugen.

Dieses Tüpfelchen fand ich dann aber nur wenig später in „Ein Gentleman in Moskau“ von Amor Towles, das mitreißend und spannend war und mich in jeder erdenklichen Weise fesseln konnte. Die Kombination aus einem großartigen Schreibstil, wundervollen Charakteren und den spannenden Komplikationen der russischen Geschichte lässt mich abschließend nur den Hut ziehen.

Der kurz vor dem zweiten Weltkrieg im teils faschistischen, teils sozialistischen Spanien spielende Roman „Der Preis, den man zahlt“ von Arturo Pérez-Reverte fesselte mich ungefähr zwei Tage lang und unterhielt mich gut, obwohl er einige kleinere Schwächen hatte und auch ihm wieder das i-Tüpfelchen fehlte. Es ist immer schwierig, nicht so ungeheuer viel zu erwarten, wenn man gerade erst begeistert wurde!

So gar nicht begeistern konnte mich dann als nächstes „Teufelskälte“ von Gard Sveen, und wenn ich es nicht hätte rezensieren wollen, hätte ich es vielleicht nicht einmal zuende gelesen. Trotz spannender Idee eine langweilige Story, die von einem (für mich) unbefriedigenden Ende gekrönt wurde. Das war halt einfach nix.

„Ab morgen wird alles anders“ von Anna Gavalda konnte mich beim Reinlesen gar nicht fesseln, sodass ich nicht einmal gesteigerte Lust hatte, es überhaupt zu lesen. Dann war es jedoch im großartigen Bücherkoffer von lovelybooks, sodass ich ihm zumindest eine Chance geben musste, und dabei stellte ich fest: Eigentlich ist es ziemlich schön! Ein bisschen Gefühl, ein bisschen herzzerreißend und ein bisschen wunderschön, ein bisschen klug und vor allem (größtenteils) echt gut geschrieben. Empfehlenswertes Buch!

Innerhalb weniger Stunden musste als nächstes „Töte mich“ von Amélie Nothomb daran glauben und hat richtig, richtig gut gefallen. Auch wenn ich es mir vermutlich aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten (man rechne mal den Preis pro Seite aus!) niemals gekauft hätte, freue ich mich, dass ich es ertauscht habe – und werde es auch nicht wieder hergeben. Es hat einen wunderbaren makabren Humor und besticht durch unterschwellige Spannung und einen super coolen Protagonisten. Sehr großartig!

Ob man bei einem Kochbuch tatsächlich von „Ich habs gelesen reden kann“, lasse ich einfach mal so dahingestellt. Da ich es aber rezensiert habe, verdient es auf jeden Fall die Nennung an dieser Stelle: Zur Freude des Freundes habe ich nämlich „It’s Market Day“ von Fabio Haebel getestet, das durch tolle Fotos, wunderschöne Aufmachung und interessante Texte von/über Märkte(n) besticht, doch leider mit seinen Rezepten nicht überzeugen kann.

Etwas schwierig fand ich die Bewertung des Romans „Sieh mich an“ von Mareike Krügel. Während ich die Geschichte spannend fand, obwohl sie so alltäglich ist, die Sprache toll war und ich so viele Textstellen markiert habe wie seit Ewigkeiten nicht mehr, fehlt mir aus unerklärlichen Gründen das letzte Fitzelchen Begeisterung. Ein lesenswertes Buch ist es dennoch!

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