Im Juli plante ich, meinen SuB-Abbau an zwei Fronten voran zu treiben: Viele SuB-Bücher lesen und keine neuen kaufen. Ausgenommen Rezensionsexemplare. Das mit denem Lesen hat ganz gut geklappt, gekauft habe ich auch keine neuen – warum das mit dem SuB-Abbau trotzdem nicht so ganz geklappt hat, könnt ihr am Sonntag bei den Neuzugängen nachlesen.

„Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt“ von Jaroslav Kalfar zum Beispiel kam im Juni als Rezensionsexemplar und litt leider ein wenig unter einem anstehenden Seminar, das vorbereitet werden wollte. Möglicherweise lag es mit daran, dass ich nicht so richtig gepackt wurde, denn der Roman selbst hat eine ganze Menge großartiges im Angebot: Nen coolen Protagonisten, ne spannenden Story und interessante philosophische Ansätze haben mir echt gut gefallen. Der Kopf sagt ja, nur das Herz ist noch nicht überzeugt…

Der Einfachheit halber werde ich Teile der Dolly-Reihe von Enid Blyton hier zukünftig zusammenfassen. Da nun ohnehin die ganze Reihe gelesen werden wird und ich über jedes dieser Bücher immer nur das gleiche sagen kann, kann ich das auch gesammelt tun: diesen Monat durften die Teile sechs bis acht daran glauben, in denen Dolly ihr letztes Jahr an der Schule Burg Möwenfels hat und im darauffolgenden Jahr ans Möwennest wechselt, die neue Schwesternschule, um die Zeit zum Studium zu überbrücken. Ab diesem Wechsel mochte ich die Reihe schon früher deutlich mehr – heute wird da die altersmäßige Nähe mit hineinspielen.

Im lovelybooks-Literatursalon wurde „Hool“ von Philipp Winkler vorgeschlagen, und obwohl mich das thematisch gar nicht so sehr gereizt hat, konnte ich dann doch nicht die Finger davonlassen, als das Buch in der Bücherei vor mir lag.
Es war auf jeden Fall eine Erfahrung und zeigt eine Welt, die an mir (zum Glück) völlig vorbei gegangen ist, obwohl sie räumlich so nah sein muss. Und so fiel es mir erstaunlich leicht, mich in den prügelnden Chaoten einzufühlen, der die Geschichte (leider nicht immer packend) erzählt, was ich mir im Vorfeld einfach gar nicht vorstellen konnte.
Ich schätze, das macht zu nicht unerheblichem Anteil ein gutes Buch aus!

Leider sind nicht alle Bücher des Julis gute Bücher – unfassbar enttäuscht hat mich nämlich „Liebe findet uns“ von J.P. Monninger. Egal, welche Messlatte ich anlegen wollte – die sprachliche, die inhaltliche, die auf die Protagonisten bezogene – dieses Buch fiel in jeder Kategorie mit Pauken und Trompeten durch.
Wie es trotzdem nicht nur einen, sondern zwei Sterne in der Bewertung bekommen konnte, werdet ihr bald in der Rezension erfahren können.

Berührt, wenn auch nicht völlig begeistert, hat mich hingegen „Gegen alle Regeln. Ein Memoir von Liebe und Verlust“ von Ariel Levy, das ziemlich genau das ist, was der Titel sagt. Emotionale Szenen von – eben genau – Liebe und Verlust sind es, bei denen ich sehr mit der Ich-Erzählerin mitfühlen konnte; nur insgesamt fehlte mir ein wenig das Ziel des Textes.

Das erste Buch, das ich aus dem lovelybooks-Hauptgewinn las, war „Das Haus der schönen Dinge“ von Heidi Rehn, das eine tolle Atmosphäre vorweisen kann und den Kaufhauszauber des frühen zwanzigsten Jahrhunderts ganz hervorragend einfängt, um wenig später ebenso detailgetreu die Grausamkeiten der dreißiger Jahre nachzuempfinden, was mir stellenweise zu grausam war, um es noch genießen zu können. Ich empfehle das Buch trotzdem: Weil es wichtig ist und weil es gelesen werden sollte und weil das, was den Menschen in Deutschland in den dreißiger Jahren angetan wurde, niemals wieder geschehen darf.

Einen spannenden Krimi, der Seelsorgearbeit mit Ermittlungsarbeit verbindet und das ganze vor großartigem Ruhrpottflair in Duisburg ansiedelt, bieten Peter Gallert und Jörg Reiter mit Glaube Liebe Tod. Es gelingt ihnen ganz wunderbar, den Spagat des Polizeiseelsorgers Martin Bauer zwischen seinem Job und seiner Familie, seinen Seelsorgepflichten und seinen eigenen Sorgen, dem Fall der Ermittler und seiner Distanziertheit darzustellen, auch wenn mir zwischenzeitlich Details nicht so ganz passten.

Für sehr wichtig halte ich den im August erscheinenden Roman „Heimkehren“ von Yaa Gyasi, der die Geschichte ganzer afrikanischer Stämme exemplarisch an der Entwicklung einer Familie vom 18. Jahrhundert bis in die heutige Zeit nachzeichnet. Nicht immer ein Lesegenuss, teilweise grausam realistisch, aber auf jeden Fall lesenswert.

Advertisements