Zusammenfassung. Die Kneipenwirtin Lissie Sommer und der Komissar Sebastian Loch haben es endlich geschafft und treffen sich zu einem Date – das prompt von einem Mord überschattet wird. Und natürlich schafft Lissie es dabei nicht, sich aus den Ermittlungen fern zu halten, und ist Sebastian auf diese Weise sowohl eine Hilfe als auch eine Last.
Ob das gutgehen wird?

Erster Satz. Ein frischer Wind pfeift mir um die Ohren, während ich mich mit Eimer, Spülwasser und Lappen bewaffnet den Biergartenmöbeln vor meinem Lokal mit dem schönen Namen Zum Grünen Kränzchen nähere, um ihnen den Winterstaub vom Holz zu wischen.

Inhalt. Tja, wie soll ich anfangen? Zunächst war ich skeptisch, dann las ich in die ersten Seiten rein und fands echt ganz gut, aber dann las ich leider weiter. Dabei war die Handlung im Grunde solide, ein bisschen wie ein durchschnittlicher Tatort: Man hat schon so eine Idee, es gibt keine großen Überraschungen, und am Ende fügt sich alles irgendwie.
Für einen richtig guten Krimi würde ich da mehr erwarten, aber als Nachmittagsunterhaltung an einem heißen Tag wars schon ganz nett.

Personen. Etwas störender fand ich die Charaktere, im Besonderen die gute Lissie. Zu meinem größten Bedauern empfand ich sie nämlich als kindisch, unreif und vor allem unangenehm oberflächlich. Es ist wahrscheinlich der Erzählperspektive geschuldet, dass recht viele (Ver-)Urteil(-ung)e(-n) ungefiltert bei uns ankommen, aber ich hab einfach einen bitteren Beigeschmack im Mund, wenn klischeehaft über ebenso klischeehaft gestrickte Charaktere hergezogen wird. Und dabei habe ich noch gar nicht beachtet, dass es einfach nicht meinem Geschmack entspricht, im Erzähltext über Satzteile wie „pervers geil“ zu stolpern.

Fazit. Ich mag den Tatort sonntags abends, aber ein Buch, das wie ein seichter Tatort geschrieben ist, ist nichts, was ich unbedingt lesen müsste. Daher keine Empfehlung von mir, außer es ist nichts anderes zu lesen da und man möchte etwas Einfaches haben, für das man nicht viel zu denken braucht.

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