„Im Schatten des Doms“ von Barbara Meyer landete nur deswegen auf der Leseliste, weil es eines von ungefähr drei Büchern ist, das in meiner Heimatstadt spielt. Kleinstädte bieten einfach gar nicht mal so viel Auswahl diesbezüglich! Aber nicht nur für Paderborner bietet dieses Buch einen echt spannenden historischen Krimi.

„Die Terranauten“ von T.C. Boyle konnte mich schon überzeugen, als es erschien – gelesen habe ich es allerdings erst ein halbes Jahr später als Bibliotheksbuch. Spannende Thematik, doofe Charaktere, coole Erzählweise, langatmige Passagen: Mein Urteil fiel sehr durchwachsen aus.

Viel zu schnell war der Leserundengewinn „Vom Ende an“ von Megan Hunter zuende, der mich durch seine poetische Sprache gewonnen hat. Eine beeindruckende Mischung aus Distanz und Nähe, die ich in der kommenden Rezension in etwas kleidsamere Worte versucht habe zu kleiden.
„Manchmal schläft er so leise, dass er überhaupt nicht mehr da zu sein scheint.“ (S. 21)
„Die Nachrichten rauschen vorbei. Sie sind leicht zu ignorieren.“ (S. 22)
„G ist nirgends, und die Küche ist voll von ihr.“ (S. 26)
„Man sagt uns, wir sollen Panik vermeiden. Es gibt keine Anweisung, die bei Menschen so todsicher Panik auslöst.“ (S. 71)
„Wir sind im Danach.“ (S. 122)
„Ich will aufhören, mir Sachen vorzustellen.“ (S. 154)

Im Stöberbereich des lovelybooks-Literatursalons entdeckte ich „Was ich euch nicht erzählte“ von Celeste Ng, das die Stadtbibliothek meines Vertrauens zu meiner Freude sogar verfügbar hatte. So konnte ich in einem wunderschönen, schrecklichen Roman versinken, der mir vor Augen führte, wie zerbrechlich das Glück sein kann; eine Rezension dazu folgt.

Schon im Mai hatte mich Patricia Erne gefragt, ob ich ihr Buch „Zärtlichkeiten“ lesen und rezensieren wollte; da konnte ich nicht nein sagen. In ihren Worten steckt eine ganze Menge Gefühl, gefehlt hat mir nur das Gefühl, dass sie die perfekten Worte gefunden hat; mehr dazu bald, in der entsprechenden Rezension.

Schon zwei Tage, nachdem ich auf dem Mängelexemplare-Wühltisch nicht meine Finger davon lassen konnte, verschlang ich an einem einzigen Tag „Unter einem Dach“ von Anneke Mohn und dieses Buch gab mir ziemlich genau das, was ich erwartet habe: eine relativ seichte, nette Familiengeschichte mit sympathischen Charakteren, die aber nicht wahnsinnig tief ging und die für mein Gefühl leider sehr abrupt endete. Keine Geschichte, die Ewigkeiten im Gedächtnis bleiben wird, aber hübsche Lektüre für einen Nachmittag am Strand.

Von der frisch eingezogenen Dolly-Reihe las ich noch am Ankunftstag direkt den ersten Teil: „Dolly sucht eine Freundin“ von Enid Blyton. Große Lieblingsbuchliebe, die sich auch nicht durch den ziemlich fragwürdigen Umgang mit Disziplinierungsmaßnahmen und Mobbing unterkriegen lässt. Diese Bücher werde ich niemals nicht lieben.

Es hat etwas gedauert, mich durchzukämpfen (was der größte Kritikpunkt in der Rezension ist), aber schließlich und endlich habe ich es doch geschafft und „Ein fauler Gott“ von Stephan Lohse beendet. Eine schöne Idee mit vielen guten Details, die Sprache hat mir sehr gut gefallen, aber leider zog es sich zu sehr für eine echte Empfehlung.

Weil sich nichts besser eignet an einem faulen Sonntag, an dem man nicht großartig nachdenken mag, als bereits gelesene Bücher zu lesen, folgten sehr bald auch mit „Wirbel in Klasse 2“ und „Ein Pferd im Internat“ von Enid Blyton der zweite und dritte Teil der Dolly-Reihe. Und wie in der ganzen Reihe darf man auch hier nicht vergessen, das Buch im entsprechenden Kontext wahrzunehmen, denn viele der Erziehungsmethoden halte ich für ausgesprochen falsch. Meine potentiellen, ungeborenen und bisher auch ungeplanten Kinder werden diese Bücher zwar sicherlich kennen lernen, aber noch viel sicherer nicht unkommentiert zu lesen oder vorgelesen bekommen. Ganz extrem fiel mir im dritten Teil auf, dass im Endeffekt nur die Figuren gut klarkommen, die versuchen, wie alle anderen zu sein, und dass diese Gleichmacherei praktisch das Endziel ist.

Sehr gern gelesen habe ich in diesem Monat auch das stürmische „Die Hummerkönige“ von Alexi Zentner. Die raue Umgebung einer Insel auf dem Meer nahm mich direkt mit, auch wenn mir lange Zeit nicht klar war, worauf der Verfasser mit diesem Roman hinaus wollte. Zum Ende aber wurde es echt spannend und mitreißend – Rezension folgt.

Eines Tages schreibe ich einen ausführlichen Text über meine Liebe zur Dolly-Reihe und den Gewissenskonflikten, die damit einhergehen. Bis dahin lese ich sie einfach weiter: „Klassensprecherin Dolly“ und „Dollys großer Tagvon Enid Blyton folgten in der Reihe als abendliche Lektüre zum Einschlafen.

Völlig uneingeschränkt begeistern konnte mich hingegen „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky, ein Buch, in dem so viel Gefühl in so wenigen, aber gut gewählten Worten steckte, dass ich zwischendurch heulend im Zug saß, während ich das Buch zuende las.
Ich ziehe meinen Hut vor Frau Leky für diesen Roman, der nicht nur durch seinen ungeheuer unterhaltsamen Stil besticht. Auch hier folgt die Rezension in der Woche nach Erscheinen des Buchs.

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