Mit neun Büchern (von denen fünf Rezensionsexemplare und drei Büchereibücher waren) ist der Monat jetzt nicht der schlechteste aller Zeiten, half aber auch kaum beim SuB-Abbau. Auch waren die Bücher dieses Monats eher durchwachsen: Von richtig guten (Wie „Mr. Pearsdews Sammlung der verlorenen Dinge“ und „Das Rosie-Projekt“) über eher gute, die mich aber nicht begeistert haben (Wie „Harry Potter and the Order of the Phoenix“ und „Die zwei Leben der Florence Grace“) bis hin zu Rezensionsexemplare, auf die ich mich gefreut habe, und die mich dann sehr enttäuscht haben (an dieser Stelle besonders hervorzuheben: „June“). Aber wär ja auch langweilig, wenn immer alles schön wäre!

„Harry Potter and the Order of the Phoenix“ von J.K. Rowling war das Harry-Potter-Buch, das mir bisher am wenigsten zugesagt hat. Und nein, das liegt nicht etwa an dem herzzerreißenden Tod gegen Ende – mit dem ich immer noch nicht fertig bin! – sondern an den ersten zwei Dritteln. Da erging es mir nämlich ähnlich wie Harry: Ich hatte das Gefühl, es passiert nichts. Und so konnte ich mit unserem Titelhelden auf der einen Seite sehr gut mitfühlen, während er mir auf der anderen Seite tierisch auf den Sack ging. Und wieso wartet er bis ins letzte Kapitel, bevor er das Geschenk von Sirius auspackt? Ich bin unendlich zwiegespalten. Ich will nicht, dass es endet, aber ich will weiterlesen. Wirklich wirklich. Und nun?

„Die Morde von Morcone“ von Stefan Ulrich haben mehr versprochen als sie letztendlich halten konnten und das ist schade. Erwartet habe ich einen Krimi, der mir Lust auf Italien macht und zugleich spannend ist – Lust auf Italien habe ich auch bekommen, nur die Spannung war jetzt nicht so richtig da. Eine ausführlichere Rezension gibts dann aber auch bald.

„Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ von Ruth Hogan hat mein Herz berührt, ganz so, wie ich es mir gewünscht hatte. Auch wenn einige Stellen es leicht machen, Kritik zu üben (Rezension), so hatte ich dennoch eine Menge Spaß und fand dieses Buch sehr großartig.
„Wir können nicht immer gewinnen, und wir können nicht immer glücklich sein. Aber wir können es immer probieren.“ (S. 78)
„Wenn man nie traurig ist, woher soll man dann wissen, wie es ist, glücklich zu sein?“ (S. 129)

„June“ von Miranda Beverly-Whittemore hat eigentlich so viel versprochen und mich dann doch bitter enttäuscht. Aber wenn ihr Fünfziger-Jahre-Flair mögt und kein Problem mit kindischen, doofen Protagonistinnen habt: Gönnt euch! (Rezension)
„Nicht alle Häuser träumen. Die meisten tun das nicht. Doch Two Oaks träumte.“ (S. 11)
„Aber ich muss doch ein Kleid anziehen.“ „Du musst gar nichts. Trag, worin du dich wohlfühlst.“ (S. 356)
„Er verstand einfach nicht, dass etwas Seltenes eben durch seine Seltenheit so wunderbar wurde.“ (S. 421)
„Ich wusste nicht, dass es ein Verbrechen ist, sich wie ein Erwachsener zu benehmen.“ (S. 452)

„Der Brief“ von Carolin Hagebölling beginnt mit einer so guten Idee und spielt sie dann nicht aus, das war echt schade. Ich wünschte, jemand nähme sie und schrieb einen Thriller, der die Möglichkeiten ausnutzt, Spannung und ein unwohliges Gefühl zu erzeugen – bis es den gibt, kann man aber schlechteres lesen als diesen Roman.
„Die Realität ist eine Frage der Wahrnehmung, nicht der Wahrheit.“ (S. 51)
„Wie uninspirierend wäre das Leben, hätte es keine Geheimnisse mehr.“ (S. 88)

„Die zwei Leben der Florence Grace“ von Tracy Rees hatte mich mit seiner Leseprobe so begeistert, dass ich es mir in meiner örtlichen Bibliothek reservierte noch ehe es überhaupt erschienen war. Und ich habe es nicht bereut, denn auch wenn es nicht der begeisternste Roman aller Zeiten war, so habe ich ihn doch wirklich gern gelesen und mit Florrie mit gelitten – und das ganze am Ende auch rezensiert.
„Es gibt zu viel Essen und nicht genug Luft.“ (S. 155)
„Das Zusammensein mit ihm kam manchmal einer Freundschaft mit einer Kiste Sprengstoff gleich, die darauf wartete, einen neuen Minenschacht aufzusprengen.“ (S. 174)
„Manche Menschen sind dafür bestimmt, auf der Erde zu gehen, aber du nicht.“ (S. 225)
„Es waren seltsame Menschen, womöglich nicht einmal gute Menschen, aber sie waren Menschen.“ (S. 252)
„Ich habe in London nicht viele enge Freunde, aber ich denke, dass zwei von eurem Format mehr sind, als viele Menschen haben.“ (S. 293)
„Du gehörst ins Sonnenlicht und in den Wind […].“ (S. 436)

„Silber – Das dritte Buch der Träume“ von Kerstin Gier war überhaupt nur der Grund, dass ich mit der Silber-Trilogie angefangen habe. Denn als es bei lovelybooks den Leserpreis 2015 gab, habe ich mir vorgenommen, zehn der platzierten Bücher zu lesen – und eines davon war dieses. Um aber den letzten Teil einer Trilogie zu lesen, sollte man vielleicht auch die ersten Teile kennen, und so kam ich dazu. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich glaube, mit Jugendbüchern bin ich fürs erste durch. Diese hier sind in besonderem Maße kreativ und spannend, aber etwas Tiefe (und Reife) mag ich bei meinen Büchern leider schon ganz gern.

„Das Rosie-Projekt“ von Graeme Simsion stand schon lange auf meiner Liste, was erneut Auftrieb erhielt, als ich mich in den tollen Ermittler aus Lost in Fuseta verliebte. Und ich wurde nicht enttäuscht! Tolle Charaktere, mit denen ich mich gut identifizieren konnte, und durch die Erzählweise aus perspektive von Don eine ganz spezielle Sicht auf die Geschehnisse – ich bin überzeugt!
„[…] einen Moment lang genoss ich das seltene Gefühl, einmal nicht die sozial inkompetenteste Person im Raum zu sein.“ (S. 42)
„Menschen versagen oft darin zu sehen, was sie unmittelbar selbst betrifft, während es für andere offensichtlich ist.“ (S. 107)
„Gefühle störten mein Wohlbefinden.“ (S. 166)

„Abgeschlagen“ von Katrin Schön machte mich erst kritisch, überzeugte mich in der Leseprobe dann doch, um mich im weiteren Verlauf dann doch wieder zu enttäuschen – wie ein seichter „Tatort“ ohne die sympathischen Charaktere. Sehr schade!

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