Wenn ich mal wirklich mutig wär, würd ich den Freund packen und nach Hannover ziehen und dort evangelische Theologie studieren um Pfarrerin zu werden. Dann würde ich eines Tages in irgendeinem niedersächsischen Dorf am Meer leben, Pfarrerin sein und mich nicht mehr fragen, was für einen Sinn das alles hat, was ich mache.

Wenn ich mal wirklich mutig wär, könnte ich dort Jugendarbeit machen (sofern das niedersächsische Dorf am Meer noch jugendliche Bewohner hätte). Und eine Kinderkirche (wenn noch Kinder im Dorf wären). Und und und…
Nur der Freund, der würde sich wahrscheinlich raushalten und wäre ein sehr zurückhaltender Pfarrmann. Aber es ist ja auch mein Traum.

Wenn ich mal wirklich mutig wär, dann hätten wir ein schönes Haus neben der Kirche und ich könnte Musik machen! Unsere (potentiellen, derzeit noch nicht, aber dann irgendwann sicherlich existenten) Kinder könnten in dem Umfeld auf- und in diese Gemeinde hineinwachsen und so viele spannende Sachen kennenlernen und erleben. Ich könnte vielleicht Gutes bewirken, wirklich Gutes!

Wenn ich mal wirklich mutig wär, würde ich meine Zeit nicht damit verschwenden, darüber nachzudenken, was ich täte, wenn ich mutig wär. Stattdessen würde ich tun, was mich glücklich macht, aber woher weiß man, was das ist? Und woher weiß man, was im Gegensatz dazu nur Träume sind, die beim Träumen glücklicher machen als beim Leben?

Wenn ich mal wirklich mutig wär, wär alles anders. Aber wer wär ich dann?

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