Ganz genau genommen müsste der Text diesen Monat heißen „Gelesen und nicht gelesen im März“, denn eines der Bücher habe ich nach gut 100 Seiten abgebrochen. Das fällt mir immer schwer, aber die Lesezeit ist eben doch auch sehr begrenzt, wenn man nebenher eine Bachelorarbeit schreiben möchte, deswegen habe ich diese Entscheidung getroffen und führe das Buch nun trotzdem hier auf, weil ich diese Beiträge hauptsächlich für mich schreibe, um mich im Nachhinein an alle Bücher zu erinnern, die ich gelesen habe (oder eben gerade NICHT nochmal probieren möchte, weil abgebrochen).

Nicht im Bild: Alles, was auf dem Tolino gelesen oder bereits an andere weiter gegeben wurde.

„Die relative Unberechenbarkeit des Glücks“ von Antonia Hayes behandelt ein schwieriges, schlimmes Thema und die Auswirkungen, die es auf Familien und Menschen hat. Sie schafft eine Geschichte, die mir thematisch und in der Ausarbeitung eigentlich sehr gut gefällt, nur leider war mir eine der hauptsächlich vorkommenden Personen, Claire, so unfassbar unsympathisch, dass ich nach zwei Dritteln des Buchs in Erwägung gezogen habe, es abzubrechen. Zu schade!

„Mary Poppins“ von Pamela L. Travers, gelesen von Heike Makatsch. Hach ja, eigentlich habe ich (wie möglicherweise auch hier schon das ein oder andere Mal erwähnt wurde) eine starke Abneigung gegen Hörbücher und Hörspiele. Zum einen fehlt mir der entspannende Faktor, weil es mir auch als Kind niemals gelungen ist, zu Hörspielen einzuschlafen, weil ich immer wissen musste, wie es ausgeht. Viel wichtiger jedoch: Da ich im Normalfall sehr schnell lese, machen mich Hörbücher wahnsinnig, weil ich dreimal so schnell fertig wäre und es mich ganz hibbelig macht, nicht mitlesen zu können.
Heike Makatsch liest jedoch die Mary Poppins so grandios gut, dass ich all das vergessen kann und dieses Hörbuch nach langer Zeit mal wieder rausgekramt und an einem Abend durchgehört habe. Zur Geschichte muss dabei wahrscheinlich gar nichts mehr gesagt werden.

„Die letzte Spur“ von Charlotte Link erzählt die Geschichte mehrerer Menschen, die auf die eine oder andere Weise miteinander verwoben sind: da sind unbekannte Tote und Lebende, vertrauenswürdige Lügner und ehrliche Unsympathen, eine wirre Geschichte und nicht zuletzt durchaus überraschende Entwicklungen. Und trotzdem wird mir dieses Buch wohl nicht im Gedächnis hängenbleiben, wenn es mich auch zwei, drei Tage lang ganz nett unterhalten hat.

„Solitaire“ von Alice Oseman. Manchmal frage ich mich, warum ich überhaupt noch Jugendbücher lese, weil mich so häufig die Charaktere fürchterlich nerven, weil sie irrational und selbstsüchtig und bescheuert agieren. Bücher wie Solitaire sind der Grund dafür, indem die uns Charaktere vorsetzen, die vielleicht auch so sind (denn irgendwie ist das doch nicht untypisch in diesem Erwachsen-werden-Ding), bei denen es aber eifnach nicht nervt:
Solitaire ließ mein Herz rasen, weil ich so wahnsinnig mit Tori mitfühlen konnte (sagt das nun irgendetwas über mich aus?). Ich war überwältigt von Osemans Fähigkeit, Dinge in Worte zu fassen, die ich selbst in dem Alter gefühlt habe, die mir aber teils erst nun, beim Lesen, bewusst wurden. Und zugleich, trotz der Schwere der Themen, geht von dem Buch eine Leichtigkeit aus, ich kann das nicht einmal in Worte fassen. Ganz, ganz große Bücherliebe hier.
„It’s Tuesday. Evelyn organised some ’start of term‘ thing at Pizza Express. I don’t really want to go, but I think it’s important to make the effort. Social convention and all.“ (S. 43)
„Stop being boring. You’re banned from saying no.“
„But that’s my catchphrase!“
„Make a new one.“ (S. 334)

„Krähenmädchen“ von Erik Axl Sund habe ich leider abgebrochen. Die Geschichte erschien mir zunehmend zusammenhangslos, was aber den Ausschlag gegeben hat: Das Buch ist nicht nur der erste Teil einer Trilogie, sondern es gibt einigen Rezensenten zufolge nicht einmal ein befriedigendes Ende, sodass ich mich nach fast fünfhundert Seiten dann auch noch gedrängt fühlen würde, Teil zwei und drei zu lesen – nein danke. Da habe ich ganz schlechte Erfahrungen gemacht… Vielleicht schreibe ich eines Tages mal über meine Erfahrungen mit der „After“-Reihe.

„Das Brombeerzimmer“ von Anne Töpfer zog als Rezensionsexemplar bei mir ein und wurde direkt am Tag seines Antreffens verschlungen.
Wir begleiten Nora in die Vergangenheit der Familie ihres verstorbenen Mannes, was für sie zugleich der Weg aus der tiefen Trauer um ihn ist. Gespickt ist das ganze zu meiner Freude mit Rezepten für Marmelade und andere süße Dinge, die mir schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen.
 „Trauern erfordert Mut, Nora.“ (S. 45)
„Nicht weinen.“ Ich blinzle die Träne weg. „Dagegen kann ich gar nichts machen. Es passiert von ganz allein.“ (S. 81)
Eine ausführliche Rezension für dieses schöne, aber nicht überragende Buch findet ihr hier.

„Meer Liebe auf Sylt“ von Claudia Thesenfitz, ebenfalls ein Rezensionsexemplar, konnte mich leider nicht so begeistern wie ich gehofft hatte. Den auf dem Cover angekündigten „Glücksroman“ habe ich jetzt nicht so wirklich gesehen, dafür gabs eine mit überzeichneten Charakteren angefüllte Story, die immerhin Lust auf einen Urlaub am Meer macht.
„Sich mit jemandem wohlzufühlen ist schon ganz schön viel“ (S. 248)
Mehr dazu in der Rezension, die findet sich hier.

„Das Erbe der Elfen“ von Andrzej Sapkowski entdeckte ich, weil der Freund schon seit Längerem sehr begeistert die Spiele der Witcher-Reihe spielt und mir die Figur des Hexers Geralt so gut gefallen hat, dass ich, als ich von der Geralt-Saga in Buchform erfuhr, natürlich nicht die Finger davon lassen konnten. Und ich wurde nicht enttäuscht.
Geralt hat so eine Art an sich, dass man (=ich) ihn einfach lieben muss, und nachdem ich diesen ersten Teil der tatsächlichen Saga nun zum zweiten Mal gelesen habe, sind nun auch die anderen Teile hier eingezogen. Ich freu mich schon drauf!
„Ich weiß“, unterbrach ihn Geralt. „Ich verliere sehr bei näherer Bekanntschaft.“ (S. 158)
„Die einen haben ein bisschen Verstand, für die sind die Bücher! Die anderen haben nur Flausen im Kopf, für die sind die Besen!“ (S. 235)
„Lachst du über mich?“ „Nein. Ich lache selten. Ich brauche einen wirklich wesentlichen Grund um zu lachen.“ (S. 256)

„Lost in Fuseta“ von Gil Ribeiro zog, wie so viele Bücher zur Zeit, als Rezensionsexemplar ein und wurde vergleichsweise schnell gelesen – bedenkt man dabei, dass ich parallel in den letzten Zügen der Bachelorarbeit lag, was einen Hauptteil meiner Beschäftigungszeit sowohl tags als auch nachts eingenommen hat. Ein Krimi, der mit tollen Charakteren und Urlaubsfeeling in Portugal aufwartete, dabei allerdings für meinen Geschmack bisweilen seinen Krimi-Anspruch etwas aus den Augen verlor.
[…] „Dann wirst du sehr wahrscheinlich ums Leben kommen.“
„Das ist ja tröstlich.“
Mit einem Mal wurde Losts Gesicht durch ein Lächeln dominiert, er beugte sich neugierig zu ihr vor.
„War das Ironie?“
„Natürlich. Ich finde es nicht sehr tröstlich, wenn ich sterben muss.“
Er strahlte. (S.320)
„Das war ein Scherz“, sagte Leander aufgeregt. „Hat er funktioniert?“ (S.383)

„Aimées geheimer Wunsch“ von Kelly Doust, ein weiteres Rezensionsexeplar, zog ebenfalls im März ein und blieb nicht lange ungelesen. Ein schöner Roman, dessen Geschichte mich leider nicht so gefesselt hat, dass er für mich die nötige Konzentration rechtfertigen konnte, die der Erzählstil gefordert hat – mehr dazu in der Rezensione.
„Wenn ich daran denke, was ich verloren habe… Manchmal kann ich kaum noch atmen.“ (S.140)
„Aus der schrecklichsten Dunkelheit entsteht Licht.“ (S.248)
„Die Realität zu akzeptieren, anstatt alles anders haben zu wollen, zu schätzen wissen, was man hat, anstatt zu wollen, was man nicht hat… Das ist der Schlüssel.“ (S.300)

„Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“ von J.K. Rowling hat mich vor die Frage gestellt, wie um alles in der Welt ich nie von Harry Potter angefixt werden konnte. Ohne Witz, das ist alles so großartig und berührend, dass ich mich dem Kopfschütteln all jener, die sicher waren, ich hätte Harry Potter gelesen haben müssen, nur anschließen kann. Wirklich. Ich kann es kaum erwarten, die nächsten Bücher zu lesen.

„Mit jedem Jahr“ von Simon Van Booy hätte ich fast niemals gelesen, denn der Klappentext hat mich echt nicht angesprochen. Aber zum Glück war es ein Buch, das bei vorablesen verlost wurde, und all denen gebe ich eine Chance und lese mindestens die Leseprobe – obwohl ich mir in der Woche, in der dieser Roman verlost wurde, schon sicher war, ein anderes Buch zu wählen. Ohne großartigen Spannungsbogen: Ich habe mich umentschieden und es nicht im Geringsten bereut. Dieses Buch hat mich so sehr berührt wie lange kein anderes mehr, aber die vollständigen Begeisterungsstürme findet ihr auch bald in der Rezension, die ich hier veröffentlichen werde. Bis dahin: Lest es, wenn euch die Leseprobe gefällt, und ignoriert dabei den Klappentext. Lest ihn am besten gar nicht!
„Aber irgendwann erkannte Jason, dass es auch lauter kleine Dinge waren – der Pizzaabend, Schlagzeug spielen, Zeichentrickfilme angucken –, die das Leben lebenswert machten.“ (S. 145)
„„[…]Was für eine Niete könnte so jemanden denn wohl lieben?“ Harvey stand so abrupt auf,dass ihr Stuhl umkippte. Dann lief sie hinaus, und Jason hörte sie auf der Terrasse weinen. Als er begriff, warum sie so außer sich war, durchrollte ihn eine warme Welle.“ (S. 163)
„Das ist die Wahrheit, Harvey, nicht das, was auf einem Stück Papier steht oder im Blut, was sowieso keiner sehen kann – sondern die Erinnerung, wie es sich angefühlt hat, zusammen zu sein.“ (S. 305)

„Harry Potter and the Goblet of Fire“ von J.K. Rowling machte weiter damit, mich zu fragen, wieso ich nicht eher begonnen habe, Harry Potter zu lesen. Ich habe das Gefühl, dass diese Reihe mit jedem neuen Buch noch besser wird und mag gar nicht aufhören – ungeachtet der Tatsache, dass inzwischen Nachmittag ist und ich heute noch nicht gegessen habe. Ich bin fassungslos von mir selbst, begeistert von diesem Buch und ein bisschen in Tränen aufgelöst; gemischt mit dem untrüglichen Gefühl, dass es jetzt erst richtig los geht mit dem, worum es in Harry Potter geht.
„If you want to know what a man’s like, take a good look at how he treats his inferiors, not his equals.“ (S. 456)
„“You all righ‘?“ he said gruffly.
„Yeah,“ said Harry.
„No, yeh’re not,“ said Hagrid. „‚Course yeh’re not. But yeh will be.““ (S. 623)

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