Nachdem der Januar mit seinen 15 Büchern auf der Leseliste selbst mich beeindruckt hat, stand der Februar ihm überraschenderweise gar nicht so viel nach – wobei ein Großteil der Liste Rezensions- oder Leserundenexemplare waren. So kam ich auf immerhin ganze neun Bücher und das waren…

Nicht im Bild: "6 Uhr 41" (E-Book) sowie "Der grüne Palast" (bereits verliehen).
Nicht im Bild: „6 Uhr 41“ (E-Book) sowie „Der grüne Palast“ (bereits verliehen).

Das Geheimnis jener Tage von Zoë Miller,
ein Buch, das mich viel mehr berührt hat, als ich es erwartet hatte: Eine Frau, die umgeworfen wird von Ereignissen, die vor langer Zeit geschehen sind, und Stück für Stück alte Geheimnisse aufdeckt.
Ich durfte es im Rahmen einer Leserunde auf lovelybooks lesen und stellte fest: Viel mitreißender und spannender als man meinen könnte, aber zugleich auch so gefühlvoll, wie ich gehofft hatte – ein Erfolg auf ganzer Linie, dessen Rezension sich bald hier finden wird.
„Vielleicht kann man gar nicht erwarten, dass du dich stark genug fühlst. Aber das ist nicht nötig: Du musst dich nicht *wirklich* stark fühlen, es reicht, wenn du so tust, als ob.“
„Als ob?“
„Ja, tu so, als wärst du tapfer und stark.“
[…]
„Tapfere Menschen sind diejenigen, die einfach vorwärtsgehen und tun, was sie sich vorgenommen haben, auch wenn sie Angst haben.“ (S. 142/143)

Die Liebeserklärung von Jean-Philippe Blondel.
Ebenfalls ein Leserundenbuch, das zwar Spaß gemacht hat, von dem ich jedoch etwas mehr Tiefe erwartet hatte. Für mich war es eher eine Freundschafts- als eine Liebesgeschichte und vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich mit dem Ende irgendwie unzufrieden war.
„Weißt du, genau das wollte ich dir heute sagen, deshalb war ich bereit, mich vor deiner Kamera zum Affen zu machen – um dir zu sagen, dass ich dein bester Freund bin, auch wenn es dir nicht bewusst ist und uns beiden deshalb vermutlich etwas sehr Wichtiges entgeht, aber daran stirbt man nicht, stimmt’s?“ (S. 44)

Gefährliche Ernte von Yann Sola,
ein Rezensionsexemplar von Vorablesen, das ich hier rezensiert habe. Guter Krimi, auch wenn etwas mehr Spannung ihm gut getan hätte; mein Highlight: seine Aktualität.
„Ich möchte mich bei dir bedanken. Das war ein harter Tag für dich.“ […]
Haziem sah ihn nicht an, er trat von einem Fuß auf den anderen.
„Darf ich dich umarmen?“ fragte Perez leise. (S. 270/271)
„Verräterische Ruhe, was Haziem“, sagte Perez und griff nach der Hand seines Freundes.
„Gefährliche Ernte“, antwortete Haziem und deutete auf die abgeernteten Rebstöcke. (S. 345)

Der Zirkus der Stille von Peter Goldammer.
Sehr speziell, aber durchaus unterhaltsam für jene, die einem kleinen bisschen Übernatürlichkeit gegenüber nicht verschlossen sind. Ich persönlich habe ihn gern gelesen und halte ihn für etwas besonderes: Wir dürfen beim Lesen Victoria auf den Spuren der Vergangenheit ihrer Familie an Orte begleiten, von denen sie sich lieber ferngehalten hätte.
„Dein Verstand sagt dir, dass du nicht vergeben sollst, weil vergeben loslassen heißt – was keine seiner Stärken ist. Wenn du vergibst, wird dein Verstand aufheulen, weil du damit Liebe schenkst und Liebe empfängst und womöglich erkennst, dass dein Verstand dir in allem die besten Dienste erweist – außer in einem: der Fähigkeit zu lieben.“ (S. 210)

Der Mann, der Luft zum Frühstück aß von Radek Knapp
Eine bedauerlich kurze Erzählung, die ich als Rezensionsexemplar von Vorablesen lesen und rezensieren durfte. Man muss sich Ruhe nehmen zum Lesen; dann stecken in diesem kleinen Buch große Wahrheiten.
„Dennoch, so erfunden das Ganze ist, so wahr ist es auch.“ (S. 112)
„Ich wurde schon mit zwölf aus dem Fenster gestoßen. Und seitdem falle ich. Tag und Nacht. Egal, was ich tue. Sogar jetzt, während ich hier sitze, bin ich am Fallen.“ (S. 119)

Der Glasmurmelsammler von Cecilia Ahern
Lange gewünscht lag es endlich unter den Geburtstagsgeschenken im Januar und hat die vorfreudigen Erwartungen auf jeden Fall erfüllt. Zum Teil atemberaubend berührend, dabei aber kaum kitschig; jedoch passt am Ende für meinen Geschmack alles etwas zu perfekt zusammen.
„Es ist extrem frustrierend zu vergessen, aber vergessen zu werden ist ganz bestimmt noch schlimmer.“ […]
„Ich habe keine Angst davor, dass du dich nicht erinnerst. Ich bin nicht hier, um dir etwas ins Gedächtnis zurück zu rufen. Die Vergangenheit ist vergangen. Ich habe nur gehofft, das Glück zu haben, dass du dich wieder in mich verliebst, zum zweiten Mal.“ (S. 191)

6 Uhr 41 von Jean-Philippe Blondel
Nachdem ich mit der Liebeserklärung nicht so richtig glücklich geworden bin, empfahl man, 6 Uhr 41 zu lesen, um Blondel kennen zu lernen. Dann stellte ich fest, dass meine onleihe dieses Buch anbot und schwupps, hatte ich es gelesen. Spannende Idee, gutes Ende, teilweise etwas anstrengend zu lesen. Und abschließend bin ich mir noch immer nicht sicher, ob ich Blondel nun mag oder nicht.

Der grüne Palast von Peggy Hohmann
Ein weiteres vorablesen-Rezensionsexemplar, das jedoch erst am 10. März erscheinen wird. Eine Frau in den politischen Ränken des neunzehnten Jahrhunderts – das liefert in diesem Fall eine in meinen Augen frustrierende, deprimierende, jedoch auch ehrlich erzählte Geschichte mit zeitgemäß gruseligem Frauenbild, in der die positiven Momente (für meinen Geschmack) leider viel zu kurz kamen. Die zugehörige Rezension kommt in den kommenden zwei Wochen.
„Nur weil wir Frauen auch denken können, müssen wir es nicht zeigen.“ (S. 262, Marie an Leopoldine)
„Sie ist intelligent, nicht zu viel, als dass es lästig würde, und nicht zu wenig, als dass man sich langweilt.“ (S. 292, Metternich an Gräfin Lazansky)

Der schönste Grund, Briefe zu schreiben von Ángeles Doñate
Schockverliebt ins Cover und Thema (ein Postamt soll geschlossen werden, also fangen die Dorfbewohner wieder an, Briefe zu schreiben), zu Tränen gerührt vor Freude und Traurigkeit: mehr kann mein briefverliebtes, literaturverehrendes Herz zu diesem wundervollen Buch leider derzeit nicht sagen.

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